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KI & Kundendaten: Die einfache Faustregel für ChatGPT & Co.

· Sandra Straub

„Ich weiß nie, was ich in die KI eingeben darf und was nicht.” Dieser Satz fällt mir immer wieder auf, wenn ich mit Unternehmerinnen spreche. Und ich verstehe ihn gut. Wir nutzen KI längst jeden Tag, ganz selbstverständlich, und trotzdem bleibt diese leise Unsicherheit im Hintergrund: Mache ich da gerade etwas falsch?

Die gute Nachricht vorweg: Du musst kein Datenschutz-Profi werden, um KI sicher zu nutzen. Du brauchst vor allem eine klare Faustregel für den Alltag. Genau die bekommst du hier.

Nicht die KI ist das Risiko, sondern der Inhalt

Der wichtigste Gedanke zuerst: Das Datenschutz-Thema entsteht nicht dadurch, dass du KI nutzt. Es entsteht durch das, was du hineinschreibst.

Viele KI-Tools verarbeiten deine Eingaben auf Servern außerhalb Europas. Manche nutzen das, was du eingibst, um ihre Modelle weiter zu trainieren. In dem Moment, in dem du echte Kundendaten eingibst, also Namen, E-Mail-Adressen, Vertragsdetails oder Rechnungsbeträge, gibst du Informationen aus der Hand, für die du verantwortlich bist.

Das heißt nicht, dass KI gefährlich ist. Es heißt nur: Es lohnt sich, kurz nachzudenken, bevor du auf Enter drückst.

Die Postkarten-Regel

Statt einer seitenlangen Richtlinie brauchst du eine Regel, die du dir leicht merken kannst:

Gib nichts in eine offene KI ein, was du nicht auch auf eine Postkarte schreiben würdest.

Eine Postkarte kann jeder lesen, der sie in die Hand bekommt. Wenn sich ein Inhalt auf einer Postkarte falsch anfühlt, gehört er auch nicht ungeprüft in ein KI-Tool. Diese eine Frage vor dem Absenden bringt dich in den meisten Fällen schon sehr weit.

Anonymisieren statt verzichten

Jetzt kommt der Teil, der dir die Angst nimmt: Du musst trotzdem nicht auf KI verzichten. Du machst die Daten einfach „postkartentauglich”, bevor du sie eingibst.

Ein Beispiel. Statt:

„Bitte formuliere eine freundliche Zahlungserinnerung an Frau Müller, Rechnung 4321 über 2.400 Euro.”

schreibst du:

„Bitte formuliere eine freundliche Zahlungserinnerung an eine Kundin wegen einer offenen Rechnung.”

Das Ergebnis ist genauso gut. Die konkreten Namen, Beträge und Details setzt du anschließend selbst wieder ein, dort, wo sie sicher sind. Du nutzt also die volle Stärke der KI, ohne personenbezogene Daten aus der Hand zu geben.

Drei Punkte, die zusätzlich helfen

Die Postkarten-Regel ist dein Alltags-Reflex. Daneben sorgen drei Dinge für zusätzliche Sicherheit:

  1. Tool bewusst wählen. Prüfe, ob der Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) anbietet und ob deine Eingaben zum Training genutzt werden. Beides lässt sich oft in den Einstellungen oder der Datenschutzerklärung des Tools klären.
  2. Trainings-Einstellung abschalten. Bei vielen Tools kannst du in den Konto-Einstellungen festlegen, dass deine Eingaben nicht zum Training verwendet werden.
  3. Bewusstsein statt Perfektion. Es geht nicht darum, alles zu 100 Prozent richtig zu machen. Es geht darum, vor dem Eingeben kurz zu prüfen, ob wirklich personenbezogene Daten nötig sind. Meistens sind sie es nicht.

Dein nächster Schritt

Mach beim nächsten Mal einen kleinen Test: Achte bewusst darauf, was an echten Daten in deinem Prompt steckt, und ob es das wirklich braucht. Dieser kurze Moment des Nachdenkens ist schon der halbe Datenschutz.

Und wenn du wissen willst, wo du insgesamt stehst, ohne raten zu müssen: In meinem KI-Rechtsrisiko-Check beantwortest du in etwa drei Minuten ein paar Fragen und bekommst eine ehrliche Einschätzung, wo du sicher unterwegs bist und wo es noch Lücken gibt.

Dieser Beitrag ersetzt keine fallbezogene Rechtsberatung.

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